Psychologie – ich denke, also bin ich

Emotion war das Stichwort in der Medienwelt und begleitet uns auch in den nächsten Bereich der Sozialwissenschaften, der Psychologie. Die Erforschung vom Verhalten des Menschen und deshalb vor allem auch die Erforschung des Gehirns als Quelle seiner Emotionen und Verhaltensentscheidungen lassen erahnen, dass die Psychologie sich auch mit der Naturwissenschaft überlappt und nicht nur die sozialen Aspekte dahinter beleuchtet. Denn um zu verstehen, wie Gefühle und Verhaltensweisen sich auf das Leben eines Menschen auswirken, ist es essenziell zu wissen, wie sie entstehen und verarbeitet werden. Die Hirnforschung steht bei der Psychologie also im Vordergrund.

Im normalen Umfeld unter Menschen hat die Psychologie mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Wer Psychologie studiert, arbeite später als „Seelenklempner“, so die Annahme, und halte dann schon einmal die Couch bereit. Ein anderes Problem, mit dem sich Psychologen im Alltag konfrontiert sehen, ist der hohe Grad an pseudowissenschaftlichen „Fakten“ und scheinbaren Studien, die tagtäglich in den Medien umherwandern und die der Profi für heiße Luft, aber der Laie für voll hält. Denn Psychologie befasst sich nicht umsonst mit Dingen, die wir grundsätzlich ja kennen: Gefühle und was sie mit uns anstellen sowie psychische Krankheiten und Besonderheiten, egal ob es sich um Traumata, Depressionen, bipolare Störungen oder Autismus handelt. Mittlerweile scheint es sehr wahrscheinlich, im Freundes- oder Familienkreis mindestens einen Menschen zu kennen, der bereits unter Depressionen litt oder anderweitig auf eine psychologische Beratung zurückgreifen musste. Entsprechend relevant und verantwortungsvoll muss die Psychologie damit umgehen, aber auch dahingehend aufdecken, was in den Medien heutzutage ernst genommen werden kann und was nicht. Im Bereich der Psychosomatik beispielsweise ist es sehr erstaunlich, wie sich Belastungen und Ängste auf körperliche Veränderungen auswirken können – selbst, wenn das Gehirn eigentlich keine tiefer gehenden Belastungen hat, die Person sich aber „krank denkt“. Das gibt es nicht selten und zeigt, dass der Geist mitunter unser mächtiges Instrument ist, das wir besitzen und das wir aber nur im Ansatz bisher erforscht haben.

Die Anfänge der Psychologie finden sich im 19. Jahrhundert, als in Leipzig das Institut für experimentelle Psychologie gegründet wurde. Mit Namen wie Immanuel Kant, Sigmund Freud und Carl Gustav Jung wuchs die Psychologie im Verlauf der nächsten beiden Jahrhunderte zu einer eigenständigen empirischen Wissenschaft heran, deren Ansätze und Gedanken heute in vielen wissenschaftlichen Gebieten genutzt werden. Deshalb ist es schwierig, die Psychologie nur in der Sozialwissenschaft anzusiedeln, da sie häufig mit sehr naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet und auch bestimmte Teile wie die Hirnforschung vor allem einen medizinischen und biologischen Charakter haben.