Medienwissenschaft im Rampenlicht

In den Sozialwissenschaften spielen auch Medien eine wichtige Rolle. Speziell bei diesem Ansatz arbeitet man vorrangig mit Massenmedien und ihrem Einfluss auf die Gesellschaft. Die Kommunikations- und Medienwissenschaft ist im heutigen Zeitalter von Smartphone und Social Media durchaus eine vielbeachtete Wissenschaft geworden. Es kommt nicht selten vor, dass Artikel über Auswirkungen beispielsweise von zu hohem Technikkonsum oder aktuellen Diskussionen rund um Fernsehen und Co. berichten.

Beim Publikum kommt dies selten als echte Wissenschaft an, und genau wie in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel der eben genannten Anthropologie, fragen sich viele Menschen, was man als Medienwissenschaftler denn überhaupt macht und womit man sein Geld verdient.

Die Kommunikationsbranche hat auch viel mit Werbung zu tun – und dafür wird gezahlt. In der Medienwelt wird tagtäglich untersucht, wie sich die Verbreitung von Medien und der Inhalt von Medien auf die Gesellschaft auswirken können. Die Wissenschaft dahinter ist vielseitig und folgt nicht dem klassischen Muster „Hypothese – Versuch“. Es geht vielmehr darum, Zusammenhänge zu erkennen, sie im richtigen Kontext einzuordnen und anwenden zu können. Typische Arbeitsfelder der Medienwissenschaft sind die Medienanalyse, Mediengeschichte und Medientheorie. Was umfasst Medien dabei alles? Werfen wir einen Blick in den historischen Verlauf:

Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Medien war der Buchdruck um 1450 von Johannes Gutenberg. In den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wurden Bücher zum Standardmedium der Gesellschaft. Bereits 1609 erscheinen in wenigen Städten Deutschlands die ersten Wochenzeitungen, weitere Städte folgen. 1848 wird die Pressefreiheit verfassungsrechtlich geregelt. Die ersten großen Pressekonzerne wie L. Ullstein werden ab 1871 gegründet. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Lizenzpflicht aufgehoben, erste Ausgaben der Bild und der Bravo folgen in den Jahren darauf.

Auch beim Radio gab es im 20. Jahrhundert rasante Fortschritte. Das erste Radioprogramm lief ab 1923 und schon ab 1948 entstanden zahlreiche Anstalten öffentlichen Rechts in den unterschiedlichen Bezirken in Deutschland.

Medien sind heute nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Der Umstieg von Papier auf Digital schreitet fort. Wer früher noch die Zeitung las, ruft sich mittlerweile seine Informationen auf dem Handy ab. Noch nie war es so einfach wie heute, miteinander zu kommunizieren, Bilder, Videos und Sprachtexte auszutauschen, Telefonkonferenzen aus der ganzen Welt einzuberufen und sich Musik und Sendungen per Internet zu holen. Entsprechend ist auch der Bedarf an Informationen darüber gestiegen, wie sich die verändernden medialen Einflüsse beim Miteinander in der Gesellschaft zeigen. Mobbing via Facebook, Kinderpornographie oder auch Hetzkommentare sind in der heutigen Zeit wachsende Probleme einer immer digitaleren Welt. Pressefreiheit ist ein Grundrecht, wird aber zuweilen auch mit böser Absicht missbraucht, um anderen zu schaden.

Zu wissen, wie Medien sich auf die Psyche eines Menschen und sein Verhalten auswirken können, ist Teil der Medienwissenschaft. Denn Emotion und Psychologie sind hier die wichtigen Parameter, mit denen die Medienwelt arbeitet.